Gemeinderatssitzung am 14.09.2020 um 19.00 Uhr in der Mehrzweckhalle der Grundschule Drachselsried (Teil 2)

Der erste Tagesordnungspunkt, die Vorstellung des von der Gemeinde beauftragten Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzeptes durch das Ing. Büro mks aus Ascha hatte es zeitlich und inhaltlich in sich.

Vorstellung Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept

Gewässerentwicklungskonzept Drachselsried im Zuge des integralen Hochwasserschutzkonzepts und Hochwasserstudie Drachselsried

Zu diesem Tagesordnungspunkt konnte Bürgermeister Johannes Vogl vom Ingenieurbüro mks aus Ascha Herrn Althammer sowie Dr. Ammer, Ing. Büro aus Straubing, er hat im Auftrag des Ing. Büros mks ein Konzept entwickelt, sowie einige interessierte Besucher begrüßen.
In den vergangenen Jahren wurden nach Starkregen vermehrt Schäden durch Hochwasser entstanden, die Gemeinde will durch eventuelle Maßnahmen weitere Schäden durch Hochwasser vermeiden. Um eine Übersicht über hochwassergefährdete Bereiche 
 und Vorschläge für Maßnahmen, die weitere Schäden verhindern bzw. mindern könnten, zu erhalten, hatte der Gemeinderat bereits Ende 2016 / Anfang 2017 die Erstellung eines integralen Hochwasser- und Rückhalteschutzkonzeptes eingeleitet und damit das Ingenieurbüro mks aus Ascha beauftragt, das Wasserwirtschaftsamt hat für die Erstellung eines Konzepts eine Förderung zugesagt.

In der jüngsten Sitzung stellten Dr. Ammer und Herr Althammer das Ergebnis der Hochwasserstudie unter den Titeln „Gewässerentwicklungskonzept Drachselsried im Zuge des integralen Hochwasserschutzkonzepts und Hochwasserstudie Drachselsried“, die sich mit dem gesamten Gemeindegebiet befasst hatte, mit allen hochwassergefährdeten Stellen im Einzelnen, mit umfangreichen technischen Details zur Gebiets- und Gewässerstruktur, Landnutzung und Bodentypen, Niederschlagsdaten, hydrologischem Modell und allen Gewässern mit neuralgischen Punkten sowie Handlungsempfehlungen vor. Die Studie beinhaltet eine Übersicht über die Gewässer, eine Bewertung des aktuellen Zustands, eine Bestandsbewertung in Abschnitten, einen Maßnahmenplan, Ziele und Maßnahmenvorschläge. 

Bei der Bewertung der gefährdeten Bereiche muss bei den angestrebten, weiteren Schäden vorbeugenden Maßnahmen das Kosten / Nutzen Verhältnis betrachtet werden, empfiehlt der Fachmann. Sollten nur wenige Anlieger von einer kostenintensiven Maßnahme profitieren, so wäre sie dem Gutachten zufolge nicht durchführbar und finanzierbar. Laut den Ausführungen von Dr. Ammer wurde bisher die klassische Methode, Gewässer so auszubauen, dass das Wasser abfließen kann, angewandt, heute jedoch konzentriert sich der Hochwasserschutz vermehrt auf Hochwasserrückhaltebecken und Abflussreduktion. Sein Fazit, es muss eine Kombination aus den drei Hochwasserschutzmöglichkeiten, aus Gewässerausbau, aus zusätzlichen bzw. anderen Abflusswegen und der Abflussreduktion geben.
Welche Methode für den Hochwasserschutz in der Gemeinde geeignet wäre, hängt gemäß vorgestelltem Gutachten von verschiedenen Faktoren ab, z.B. vom Gelände und Geländeverlauf der Örtlichkeit, von Bodentypen und Landnutzung, der angrenzenden Bebauung, vom eventuellen Ausbau des Flusslaufes und von der Infrastruktur sowie letztendlich von der Finanzierbarkeit ab. 
Als weiteres Vorgehen schlägt das Ingenieurbüro die Ermittlung der Hochwasserschäden, eine Kostenschätzung verschiedener Varianten zum Hochwasserschutz und einen Kosten- / Nutzen-Vergleich vor.

Zahlreiche Wortmeldungen und Fragen kamen aus den Reihen der Gemeinderäte, zum einen, was mit Anwesen ist, die nicht an einem Gewässer liegen und bei denen Starkregen trotzdem Wassereinbruch verursacht, diese Situationen sind nicht im Gutachten enthalten. Eine weitere Nachfrage kam zu den Regenrückhaltebecken in Drachselsried, zur Kostenschätzung und ob Wasserzufuhr vor einem Wasserwerk gedrosselt werden kann. Ein bekannter neuralgischer Punkt liegt in Frathau, in diesem Fall wurden mögliche Maßnahmen zum Schutz des Anliegers vor Wassereinbruch angesprochen. 

In Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt wird das Konzept fertig gestellt, es wird für die Sanierungsmaßnahme Greilbühelsiedlung und für die Dorferneuerung Ober-/Unterried benötigt und muss dieses Jahr fertig werden, stellte Bürgermeister Johannes Vogl zum Ende der Ausführungen fest. Er dankte den beiden Referenten für ihre Ausführungen.

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Vorstellung des Hochwasser- und Rückhaltekonzepts durch Dr. Ammer, Ing. Büro Ammer, in der Gemeinderatssitzung
Bild: Probst