Gemeinderatssitzung am 22.02.2021 um 19.00 Uhr in der Mehrzweckhalle der Grundschule Drachselsried (Teil 1)

Eine umfangreiche Tagesordnung mit weitreichenden Entscheidungen hatte der Drachselsrieder Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, die einige Besucher interessiert verfolgten, abzuarbeiten.

Vorausschauend und verantwortungsbewusst hatte die Gemeinde auf Veranlassung von Bürgermeister Johannes Vogl vor der Sitzung gehandelt und alle Sitzungsteilnehmer zu einem Corona - Schnelltest (PoC-Test) gebeten, der Testbefund stellte sich bei allen Teilnehmern als negativ heraus, so konnten sie an der Sitzung teilnehmen.
Routiniert hat Sabine Ulrich (als Pflegefachkraft und Heimleiterin im BRK Seniorenzentrum Zellertal ist sie befähigt, Tests durchzuführen, solche Aufgaben gehören für sie zum Tagesgeschäft) die Tests mit Unterstützung von Alexandra Geiger, Gemeinderätin und Hauswirtschaftsleiterin im BRK SZZ, unentgeltlich vorgenommen. Bürgermeister Johannes Vogl bedankte sich bei beiden Damen und dem BRK für die unbürokratische und freundliche Unterstützung.
 

Ein neues Kindergartengebäude soll gebaut werden

Die Geburtenzahlen in der Gemeinde steigen schon seit 10 Jahren, somit auch die Schülerzahlen und die Anmeldungen im Kindergarten. Die Grundschule mit offener Ganztagesschule und der Kindergarten Kleiner Tausendfüßler sind in dem im Jahr 1986 bezogenen Grundschulgebäude untergebracht, die steigenden Geburtenzahlen bringen ein Platzproblem in den Einrichtungen mit sich.  Schon länger befasst sich der Gemeinderat mit der Suche nach einer umsetzbaren und finanzierbaren Lösung des Platzproblems. Im Rahmen einer Begehung im Januar 2021 wurde Renovierungsbedarf am Gebäude festgestellt. In der Sitzung im vergangenen September stellte Bürgermeister Johannes Vogl zwei mögliche Varianten vor, einmal wurde die Aufstockung des Gebäudes mit Einbau von Dachgauben und Generalsanierung des Gebäudes, zum anderen der Neubau des Kindergartens auf der Fläche des nicht mehr genutzten Allwetterplatzes und die Generalsanierung der Schule nach Umzug des Kindergartens vorgeschlagen. Eine Entscheidung wollte der Gemeinderat erst nach weiterer Konkretisierung der Projektkosten sowie Finanzierung treffen.

In der aktuellen Sitzung stand zu den bereits vorgebrachten Vorschlägen noch eine dritte Variante mit Neubau des Kindergartens und einer energetischen Teilsanierung der Grundschule zur Debatte. Nach der Kostenermittlung der Variante drei werden für den Bau des Kindergartens 1,76 Millionen Euro veranschlagt und für die energetische Teilsanierung der Schule liegt die Kostenschätzung bei rund 600.000 Euro. Hierfür erwartet sich die Gemeinde eine Förderung durch die Kommunalrichtlinie (Förderungen für Energie- und CO² Einsparungsmaßnahmen) und über das KIP-S (Kommunalinvestitionsprogramm). Die Sanierungsmaßnahmen würden wegen der Befristung für das KIP-S parallel zum Neubau des Kindergartens laufen, Details stellte Bürgermeister Vogl vor. Diese Variante ist nach den Berechnungen die kostengünstigste und wird auch von den Gemeinderäten favorisiert. 
Aus den Reihen der Gemeinderäte gab es noch einige Fragen betreffend Zufahrt zum neuen Kindergarten, Baustellenzufahrt und Parkplatzsituation. Bereits jetzt ist besonders am Morgen vor Schulbeginn die Situation am Parkplatz sehr schwierig, da die vorhandenen Parkplätze bei weitem nicht ausreichen, berichtete die in der Sitzung anwesende Schulleiterin Hilde Brem. Für eine Verlagerung oder Erweiterung der Parkplätze fehlt der Gemeinde eigene Grundstücksfläche. Wir können nur mit vorhandenem Grund wirtschaften, sagte Bürgermeister Johannes Vogl. Ein Ankauf des benachbarten Grundstücks, auf dem der Tennisplatz liegt, ist nicht möglich, verhandelbar mit dem Grundstückseigentümer ist möglicherweise ein an die Fläche des Allwetterplatzes, auf dem der Kindergarten entstehen soll, angrenzender Streifen, berichtete Bürgermeister Johannes Vogl.
Gemeinderat Hans Hutter, für ihn steht die Notwendigkeit eines neuen Kindergartens außer Frage, erinnerte an seine im September vergangenen Jahres erfolgte Nachfrage zur finanziellen Situation der Gemeinde sowie welche der zum Teil schon beschlossenen Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden können und welche verschoben werden müssen. Damit waren neben Kindergarten und Schule die Planungen für die Dorferneuerung Ober-/Unterried, die Sanierung Greilbühelsiedlung, der Neubau Feuerwehrhaus, die Wasserversorgung und der Breitbandausbau gemeint.
Bürgermeister Johannes Vogl erläuterte die zeitliche Planung der angestrebten Maßnahmen, machte deutlich, dass eine Planung über einen langen Zeitrahmen schwierig sei, und kündigt an, dass, wenn alle Maßnahmen umgesetzt werden, die Rücklagen nicht ausreichen werden und die Gemeinde an einer Kreditaufnahme nicht vorbeikommen wird.

In der Erkenntnis der Dringlichkeit, das Platzproblem in der Grundschule und im Kindergarten zu lösen, fasste der Gemeinderat einen einstimmigen Beschluss für den Neubau des Kindergartens und die energetische Teilsanierung der Grundschule. Somit kann das beauftragte Architektenbüro Oswald in die Planung einsteigen.

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Bilder und Text: Ilse Probst